Hafen von Bari

Der Hafen von Bari

Apulien

Viele Urlauber, vor allem diejenigen, die mit dem Flugzeug verreisen, haben in den letzten Jahrzehnten Italien links liegen gelassen. Italien bot, zumindest im Sommerhalbjahr, nur wenige preiswerte Pauschalurlaubsziele.
Außerdem lag auch in den Urlaubsorten selber das Preisniveau deutlich über denen vergleichbarer Destinationen. Aber auch in Italien bleibt die Zeit nicht stehen, preiswerte Flüge bringen unsere italienischen Mitbürger in ihre Heimat und auch für experimentierfreudige Urlauber bleibt genügend Platz in den Maschinen.
Experimentierfreude bedeutet in dem Fall in eine Region zu reisen, in der sich nicht alles um den Urlauber dreht und in der die Menschen ihr normales Leben führen, aber es bedeutet auch auf organisierte Touren zu verzichten und mit einem Mietwagen die Region auf eigene Faust zu erkunden.

Polignano

Polignano

Die Fluggesellschaft Germania eröffnete im Mai 2009 zwei neue Flugverbindungen nach Bari, der apulischen Hauptstadt und zwar von Düsseldorf und Basel aus. Um diese neuen Strecken zu promoten, luden Germania und die apulische Tourismusförderung Reiseverkehrskaufleute und Journalisten aus Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz ein, Bari und Apulien näher kennenzulernen.
Und so landete unsere Reisegruppe eines morgens um 8.50 Uhr auf dem Flughafen von Bari.Wir, die Teilnehmer aus Düsseldorf, checkten im Hotel Villa Romanazzi Carducci ein, frühstückten eine Kleinigkeit und marschierten dann schnurstracks in Richtung Meer und Hafen.

Alberobello

Alberobello

Nach dem Fußmarsch legten wir in einer Fischerkneipe einen Pause ein und ließen bei einer Flasche Bier die Atmosphäre auf uns wirken. Nur wenige Schritte entfernt säuberten und verkauften Fischer Muscheln, Tintenfische, kleine Meerbarben und andere Rifffische, fachsimpelten oder spielten Karten.
Wir genossen die warme Sonne, blickten über das Hafenbecken bis zum Teatro Margherita und waren bereits jetzt einig: Ein Besuch in Apulien ist entspannend und lohnenswert. Nach einer kleinen Siesta stand am späten Nachmittag eine Führung durch die Altstadt auf dem Programm. Der Rundgang führte entlang des alten Kastells, der Kathedrale San Sabino, der Wallfahrtskirche San Nicola und vieler weiterer Sehenswürdigkeiten bis zum Teatro Petruzzelli. Dort bekamen wir eine Sonderführung, Sonderführung deshalb, weil es für den Publikumsverkehr nicht eröffnet werden darf.

 Castel del Monte

Das mystische Castel del Monte

Theater

Das Theater war in der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 1991 durch Brandstiftung vernichtet worden, wahrscheinlich hatte die Mafia ihre Finger im Spiel, unter anderem weil sie an dem Wiederaufbau kräftig mit verdienen wollte. Am 22.November 2006 war der Wiederaufbau abgeschlossen, trotzdem wird die Wiedereröffnung immer wieder aus politischen Gründen herausgezögert. Es wäre schön, wenn diese Theater endlich seiner Bestimmung zugeführt werden könnte. Wir aber verließen den großartigen und gleichzeitig deprimierenden Ort und machten uns auf den Weg zum Abendessen in der Altstadt.

Trani

Trani

Am zweiten Tag ging es in Richtung Norden, nach Trani. Hier machten wir einen gemütlichen Bummel am Hafen entlang, bis zur Kathedrale und zur benachbarten Burg. Es blieb auch genügend Zeit für einen Kaffee und einige Leckereien. Die Hitze, es war an die 30 Grad im Schatten, die frische Meeresluft und die Ruhe versetzte uns alle in eine relaxte Stimmung. Derweil fand in der Kathedrale eine Hochzeit statt. Bereits hier in Trani, wie auch später an anderen sehenwerten Orten, wunderten wir uns über die geringe Zahl an Besuchern. Wie es bei einer Gruppenreise so geht, wurde schließlich zum Aufbruch geblasen, schließlich wartete das Mittagessen auf uns.

Überhaupt war das Thema Essen von großer Wichtigkeit, sowohl mittags als auch abends wurden mehrgängige Menüs serviert, selbst für einen strapazierfähigen Magen deutlich zu viel. Ein Nebeneffekt: In fünf Tagen Apulien stand kein einziges Mal echte italienische Pizza oder eine leichte Minestrone auf dem Speiseplan.
Außerdem fiel die mangelnde Absprache mit den Küchenchefs im Vorfeld der Reise auf, fast jeder servierte die beliebtesten Spezialiäten der Region und so blieben Wiederholungen nicht aus und die Gruppe bekam von der Vielfalt der apulischen Küche weniger mit als möglich gewesen wäre.

Ostuni

Ostuni

Gesättigt vom sehr guten Menü in der Masseria La Fenice im Hotel Cristal Palace in Andria ging es am späten Nachmittag zum Castel de Monte. Schon von weitem sichtbar, thronte die Burg Friedrichs des Zweiten von Hohenzollern auf einem Berg. Wir parkten am Fuße des Berges und fuhren mit dem Shuttlebus auf den Berg und besichtigten die imposante Burg von allen Seiten. Erstaunlicherweise ist die Funktion des Schlosses nicht geklärt, ob es ein Jagdschloss war, die Macht des Kaisers symbolisieren sollte oder eine Militäranlage war, das ist bis heute umstritten, ein Umstand, der dem Schloss ein mystischen Touch gibt.
Die Reise ging weiter in Richtung Süden. Ziel war die kleinen Stadt Alberobello. Leider wurde es bereits dunkel und so verschoben wir den Besuch der Innenstadt mit ihren charakteristischen Trulli, charmante kleine Häuser mit runden Spitzdächern. Diese Art Häuser gab es in vergangenen Jahrhunderten in vielen Ländern, aber nur hier haben sie sich erhalten.

Alberobello

Und so stand am nächsten Morgen, nach einer guten Nacht, einem erfrischenden Bad im Swimmingpool und einem leckeren Frühstück im Victor Country Hotel der verschoben Besuch bei den Trulli von Alberobello auf dem Programm.
Schon alleine Alberobello lohnt eine Reise nach Apulien, der Ort ist nicht nur hübsch, die besondere Atmosphäre verzaubert jeden Besucher. Parkplätze gibt es reichlich, ebenso hübsche Fotomotive, Geschäfte mit Keramik, Nudeln, Honig und anderen Produkten aus der Region und auch für das leibliche Wohl wird bei Bedarf gesorgt.

Trotz der üblichen touristischen Infrastruktur wirkt hier alles netter und unaufdringlicher als in anderen Weltkulturerbestätten. Voller bleibender Eindrücke machten wir uns auf zur nächsten Station der Reise, das Luxushotel Tenuta Monacelle. Hier stärkten wir uns mit einem kleinen Imbiss und besichtigten die weitläufige Anlage mit ihren im Trullistil erbauten Appartements. Alternativ hat der Hotelgast die Möglichkeit einige sehr schöne moderne Appartements zu buchen.

Trani

Trani

Am Nachmittag stand dann ein Besuch in der weißen Stadt Ostuni auf dem Programm. Ostuni liegt auf einer mäßig hohen Bergkette und hat seinen Namen von den weißen Häusern, die die Stadt weithin sichtbar machen. Bei näheren Hinschauen entdeckt man allerdings viele weitere Farbtöne, die mit der Farbe weiß wenig gemeinsam haben, außer das sie hell sind. Der Zahn der Zeit hat an so manchem Gebäude der Stadt kräftig genagt, trotzdem macht die Stadt einen angenehmen Eindruck.

Lecce

Die Bewohner wirkten zufrieden, freundlich und lebensfroh. Ostuni ist zudem eine Stadt so ganz nach dem Geschmack vieler Italienliebhaber, voll von Sehenswürdigkeiten, wie verschiedene Sakralbauten, Museen und Denkmäler. Wir genossen den frühen Abend auf dem Piazza della Libertà, dem zentralen Platz der Stadt, schauten den Eltern mit ihren Kindern zu und machten uns dann auf den Weg zum Abendessen. Lecce - der südlichste Punkt unserer Reise

Victor Country Hotel

Masseria Victor Country Hotel

Der nächste Tag sah uns dann in Lecce, es war Sonntag, die Stadt war voll von Gläubigen, die die Messe von dem Basilika Santa Croce miterleben wollten. Die Basilika ist im Leccer Barockstil erbaut, während ansonsten in Lecce der Platereskenstil vorherrscht, der gotische Elemente mit spanischen Elementen verbindet. Wir staunten über das lebhafte religiöse Treiben auf den Straßen und erfreuten uns an den farbenfrohen Gewändern der Gläubigen. Nach dem ausgiebigen Stadtbummel meldete sich langsam der Magen, gut, dass ein Tisch im Restaurant des Patria Palace Hotel reserviert war. Nach einem leckeren Menü in stilvoller Atmosphäre waren wir angenehm gesättigt und auch von den sehr moderaten Preisen des Hauses positiv überrascht, wobei insgesamt das Preisniveau in Apulien deutlich niedriger ist, als in anderen Regionen Italiens.

Polignano

Ausnahmen sind ausgesprochene Luxushotels und das eine oder andere Restaurant mit einer einmaligen Lage, wie zum Beispiel das Restaurant im Hotel Grotta Palazzese in Polignano a Mare. Polignano war auch die nächste Station unserer Reise. Im Gegensatz zu Lecce liegt Polignano direkt am Meer, an einer imposanten Felsküste. Große Plätze und kleine Plätze lassen sehr viel Platz zum Flanieren und Schauen. Die Steilküste war voller Angler, die auf große Beute in der Tiefe hofften. Das Meer war voller Boote, sehen und gesehen werden, wie am Sonntag auf der Kö in Düsseldorf.

Über allem schien die Sonne und weckte in uns nach einiger Zeit Appetit auf ein Eis. Ähnlich wie am Vortag Ostuni wirkte auch Polignano ausgesprochen friedlich, eine Sonntagstimmung wie bei uns in Deutschland an einem schönen Sommertag. Ein ausgesprochen schöner letzter Programmpunkt unserer Reise. Abends waren wir wieder in Bali, genossen ein letztes Mal die leckere apulische Küche und flogen am nächsten Tag mit dem Flieger zurück nach Deutschland.