Uferpromenade

Baku - die gepflegte Uferpromenade

Aserbaidschan

Aserbaidschan ist ein Land, das von deutschen Touristen nur selten angesteuert wird. Der im Jahr 2012 stattgefundene Eurovision Song Contest in der Hauptstadt Baku hat daran wenig geändert, auch wenn die gut organisierte Veranstaltung positive Werbung für das Land darstellte. Aber wie sieht eigentlich das Alltagsgesicht dieses Staates am Rande Europas aus? Im Herbst 2013 flogen wir, eine Gruppe von Journalisten aus ganz Europa, von ihren jeweiligen Heimatflughäfen aus in Richtung Osten. In Düsseldorf ging das Einchecken am Schalter von Turkish Airlines schnell vonstatten, schneller als bei anderen Fluggesellschaften und der Flug selber war wunderbar, was drei Gründe hatte.

Regierungssitz

Regierungssitz

Erstens, das Essen schmeckte und die Getränkeauswahl konnte sich sehen lassen. Zweitens, die Beinfreiheit war okay und drittens, die Mitarbeiter von Turkish Airlines an Bord der Flieger waren bei allen vier Flügen höflich, flott und gut gelaunt bei der Arbeit. - Vier Flüge? Vier Flüge deshalb, weil wir in Istanbul umsteigen mussten.
Und so landeten wir recht entspannt auf dem Flughafen von Baku, ließen unsere Pässe und Visa kontrollieren, schnappten uns unsere Koffer und fanden uns schließlich vor einem Bus wieder, der für uns bereit stand.

Das moderne Baku

Das moderne Baku

Die Koffer wurden uns – mehr oder weniger energisch - aus der Hand genommen und ins Gepäckfach gelegt, aber das hätten wir auch selber hinbekommen. Egal, anschließend saßen wir alle im Bus und warten auf die Abfahrt. Jetzt erschien der "Koffereinräumer", der übrigens nicht mit dem Busfahrer identisch war (wie sich bei dieser Gelegenheit herausstellte) im Bus und forderte Trinkgeld. Natürlich hatte keiner von uns Landeswährung in der Tasche, abgesehen davon, dass wir und etwas überrumpelt fühlten, und so reagierte niemand.

Altstadt

Baku - Ausgrabungen in der Altstadt

Wir warteten und warteten und schließlich mussten wir den Bus verlassen und in einen anderen Bus einsteigen. Merkwürdig, es sah so aus, als ob der Busfahrer normalerweise vom Trinkgeld partizipiert und da dieser ausfiel nicht fahren wollte. Leider war nicht vorgesehen, dass ein offizieller Vertreter des Tourismusamtes und begleitet. Sie oder er hätten die Sache mit dem Bus klären können, aber vor allem etwas über das Land erzählen und erste Fragen beantworten können.
Im Hotel, dem 15 Autominuten von der Innenstadt gelegenen Kempinski Baldamar, checkten wir ein, nahmen unsere Zimmer mit Beschlag, und begaben uns zum Abendessen. Im Gegensatz zu den Zimmern, die wirklich tadellos waren, konnte das Essen nicht wirklich überzeugen und der Service, der leider kaum Englisch sprach, wirkte etwas desorientiert, bedauerlich.

Flame Tower

Baku - die bekannten Flame Tower

Erste Eindrücke von Baku

Nach einer geruhsamen Nacht fand eine Pressekonferenz statt, auf die ich allerdings wohlwollend verzichtete, da ich ohne persönliche Eindrücke kaum sinnvolle Fragen stellen kann. Dies stellte sich im Nachhinein als richtig heraus, wie mir Kollegen versicherten. Also, nach dem Frühstück legte ich mich noch zwanzig Minuten aufs Ohr, packte meine sieben Sachen, fragte am Empfang nach einem Stadtplan, es gab keinen (!), und so marschierte ich los.
Ich war voller Hoffnung schnell das schätzungsweise 1500 Meter entfernte kaspische Meer zu erreichen und von dort aus zur Altstadt zu gelangen.

Autos - ein Statussymbol

Leider kam ich "etwas" vom Weg ab, ich hatte den Stadtplan eine Woche vorher bei Google Maps angeschaut und ihn deshalb nur so ungefähr im Kopf und mit Smartphone wollte ich wegen der mir unbekannten Gebühren nicht navigieren. Trotz der falschen Richtung, die ich an der ersten großen Kreuzung eingeschlagen hatte, war der Fußmarsch interessant. Zwar gab es so gut wie keine Bürgersteige, allerdings kam ich durch Vororte, die wahrscheinlich nur wenige ausländische Besucher kennenlernen. Für mich waren es kurze Einblicke in das Alltagleben kleiner Gewerbetreibender wie Steinmetze, Gitterschiede, Gastronomen, Betreiber von kleinen Supermärkten…

Das alte Baku

Das alte Baku

Interessant, geschätzt alle drei Minuten fuhren Busse vorbei, die nicht nur an den Haltestellen, sondern auch zwischendurch Fahrgäste aufnahmen und wieder "ausspuckten". Die Häuser am Wegesrand waren meist ein bis höchstens dreigeschossig, in passablen Zustand, nur die Innenhöfe oder die Flächen am Rande waren selten asphaltiert oder gepflastert. Nach einer Stunde wurde die Besiedelung dünner, was auch an einem unbebauten Berg rechts des Weges lag. Ich sah zwar inzwischen das Meer, aber es war merkwürdig weit weg, ich verlor den Glauben auf dem richtigen Weg zu sein und so winkte ich das nächste Taxi. Der Taxifahrer verstand mich zwar nicht, aber er brachte mich auf dem kürzesten Weg in die Innenstadt, also keine Trickserei.

Einkaufszentrum

Baku - Einkaufszentrum

Dort angekommen marschierte ich ans Kaspische Meer, was sich recht ruhig präsentierte. Der Himmel war bewölkt, die Temperatur betrug etwa 10 Grad, trotzdem machte es Spaß an der Uferpromenade entlang zu schlendern, die nur wenige Menschen nutzten. Übrigens, das Kaspische Meer ist der größte Binnensee der Welt, ungefähr so groß wie die Ostsee ohne den Kattegat. Entlang des Seeufers erstreckt sich ein moderner und außerordentlich sauberer Park mit Rasenflächen, Blumenbeeten, Restaurants, Teehäusern, modernen Toilettenanlagen usw. alles vom Feinsten. Ich schätze die Länge des Parks auf mindestens drei Kilometer, die Breite auf 150 bis 200 Meter.

Park

Baku - Park

Irgendwann wollte ich umdrehen, um langsam in Richtung Altstadt zu gelangen, als ich auf eine Möwenschar aufmerksam wurde. So ging ich neugierig ein Stück weiter, was ich hätte besser sein lassen: Die Möwen umkreisten einen breiten Einfluss ungeklärter Abwässer ins kaspische Meer. Die braune Brühe roch selbstredend entsprechend: Ein deprimierender Anblick, der mich ins Grübeln brachte. Eine Stadt, die innerhalb eine Jahres eine große und allen Anforderungen angemessene Halle erstellen kann, um den Eurovision Song Contest ausrichten zu können, ist nicht in der Lage ein funktionierendes Abwassersystem mit modernen Kläranlagen zu bauen. Das wäre doch ein Supergeschäft für die örtliche Bauindustrie, - und natürlich auch für Fachfirmen aus dem Ausland. Für mich war der positive Eindruck erst einmal dahin.

Kristallpalast

Kristallpalast

Eine moderne Stadt sollte sich nicht nur über glänzende Hochhäuser und Luxusgeschäfte definieren. Des Weiteren scheint in Aserbaidschan Badeurlaub und Wassersport nur wenig Bedeutung zu haben. So sah ich an der Küste keine moderne Marinas oder andere Wassersportzentren, Naja gut, einen kleinen Yachtclub mit Platz für eine Handvoll Boote konnte ich am letzten Tag der Reise entdecken. Aber zu dem Thema später mehr. Langsam näherte ich mich der Altstadt, nahm eine Fußgängerunterführung und fand mich am Jungfrauenturm (Qiz Qalasi) wieder. Von dort aus erkundete ich die Altstadt, die fast komplett von einer historischen Stadtmauer umgeben ist.

Peripherie

Peripherie

Die Altstadt mit ihrer Karawanserei, dem Palast der Schirwanschahs, Moscheen und weiterer Sehenswürdigkeiten ist weitgehend verkehrsberuhigt, nur Anwohner mit dem Pkw dürfen hineinfahren. Allerdings schmälern zahlreiche auf alt getrimmte Neubauten den Gesamteindruck. So machte ich mich nach zwei Stunden Altstadtbummel auf in die nur wenige Schritte entfernte City mit ihren modernen Einkaufsstraßen, die sich wie die Uferpromenade sehr gepflegt präsentiert. Im Gegensatz zur malerisch-orientalischen Altstadt könnten die modernen Innenstadtstraßen überall auf der Welt zu finden sein: Fastfoodketten sind hier ebenso vertreten wie alle angesagten Mode-, Schmuck-, Schuhe- und Handtaschengeschäfte.

Villa-Petrola

Villa-Petrola

Die Preise unterscheiden sich, wenn überhaupt, auch nur wenig von ihrer mitteleuropäischen Konkurrenz. Langsam wurde es dunkel, ich wurde müde und so setzte ich mich in ein Taxi und fuhr ins Kempinski Hotel zurück.

Fahrt zum Qobustan Museum

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum 60 Autominuten entfernten Qobustan Museum auf dem Programm. Leider gab es parallel dazu eine Fahrt zur Villa Petrola (Kunst-, Geschichts- und Literaturmuseum in der ehemaligen Villa der Familie Nobel), die wir so nicht besuchen konnten. Schade dass diese Touren nicht zeitversetzt angeboten wurden. Nach dem Frühstück ging es für uns in Richtung Südwesten. Zunächst fuhren wir an einem Gebrauchtwagenmarkt vorbei, auf dem zwar Fahrzeuge aus aller Welt und aller Marken zu sehen waren, sich Mercedes Limousinen allerdings besonderer Beliebtheit erfreuten.

Promenade

Baku - Promenade

Die Stadt ließen wir hinter uns. Die Landschaft war weitgehend kahl und arm an Vegetation, was nicht weiter verwundert, herrscht in der Region doch ein gemäßigtes Steppenklima vor. Rechts der Straße wurde es nach und nach felsiger und die ersten Berge tauchten auf der rechten Seite auf. Auf der anderen Seite, nur wenig hundert Meter entfernt lag das Kaspische Meer. Allerdings präsentierte sich die Küste nicht unbedingt als Urlaubslandschaft mit Stränden und Hotels. Rohrleitungssysteme, kleine Fabriken, Werkstätten, Lagerhallen und qualmende Schornsteine bestimmten das Landschaftsbild. Nach knapp einer Autostunde hatten wir dann Qobustan erreicht. Unser Bus bog von der Autobahn ab und schnell hatten wir das zum Naturpark gehörende Museum erreicht.

Qobustan-Museum

Qobustan-Museum - freundliche Mitarbeiter

Ein hochmodernes Museum das uns wirklich beeindruckte. Es enthält eine große Sammlung von Felsmalereien aus dem Neolithikum: Malereien, die Steinzeitjäger und ihre wichtigsten Beutetiere und Nahrungskonkurrenten darstellen. Auch Menschen in Booten sind zu sehen, ein Beweis das unsere Vorfahren bereits im Neolithikum auf dem Wasser unterwegs waren, teilweise um zu fischen und sicherlich auch um zu neuen Ufern aufzubrechen, also neue Lebensräume zu erobern.
Nach dem spannenden Gang durch die verschiedenen Räum und Etagen des Qobustan Museums ging es ab ins Freie, dort wo die Originale zu sehen waren.

Qobustan - Felsmalerei

Qobustan - Felsmalerei

Die Felsregion war lange Zeit als Lebensraum attraktiv, weil es erstens direkt am Wasser lag - der Meeresspiegel des Kaspischen Meeres lag damals wesentlich höher als heute - und zweitens, weil die ungeordnetz in der Landschaft herumliegenden Felsen guten Schutz vor den Unbilden des Wetters und vielleicht auch vor Feinden boten. Es war übrigens ein großes Erdbeben, das diese etwas skurrile Felslandschaft formte. Von unserem erhöhten Standort aus hatten wir einen guten Blick über das kaspische Meer und die Straßen und Bauten der Erdölindustrie, wie man sie vom James Bond Film "Die Welt ist nicht genug" zu kennen glaubt (im Film sieht man nur Nachbauten). Auf den Film scheint übrigens niemand besonders gut zu sprechen zu sein.

Felsmalerei - Boot

Qobustan - Felsmalerei

Langsam ging es weiter, bzw. zurück in Richtung Baku, allerdings nicht ins Hotel, sondern zum Fischessen in das Restaurant Derya Fish House. Die sehr große Lokation, die aus verschiedenen Bereichen besteht, liegt direkt am Kaspischen Meer und ist, wen wundert es, auf Fisch spezialisiert.
Wir aßen eine Art Seebarsch, der gegrillt worden war und ohne viel Firlefanz mit Salat, Pommes Frites und Brot serviert wurde und sehr lecker schmeckte. Dazu der Blick aufs Meer, die Sonne und Temperaturen, die sich der 18 Gradmarke näherten, nicht schlecht für einen Novembertag.
Wie auch in den Nachbarländern Russland, Iran und der Türkei üblich, ist es auch in Aserbaidschan ein "Muss" nach einer ordentlichen Mahlzeit ein Tee zu trinken.

Felsmalerei

Felsmalerei

Wir schlossen uns gerne dem Brauch an, schließlich wollten wir keine "Spielverderber" sein. Zum Tee wurden uns kandierte Früchte in Sirup, kleine Kuchen, Bonbons und Gebäck gereicht. Für diese Teezeremonie opferten wir dann auch gerne ausreichend Zeit. Anschließend fuhren wir mit kleinen Zwischenstopps zurück zum Hotel. Der erste Halt war oberhalb einer Hafenanlage, eines typischen "Arbeitshafens" mit Lagerschuppen, kleinen Fabrikhallen, Schleppern und Spezialschiffen für die Erdöl- und Erdgasindustrie. Einige Fahrminuten später hielten wir an der Kisi Mescidi Moschee, die sich unübersehbar am Straßenrand präsentierte. Das Gotteshaus wurde im Jahr 2008 vollendet, der weitläufige Platz vor ihm erlaubt einen weiten Blick über Teile Bakus und des Kaspischen Meeres.

Industriehafen

Industriehafen

Nördlich von Baku - das Jumeirah Bilgah Beach Hotel

Am nächsten Morgen saßen wir wieder im Bus. Diesmal ging es in Richtung Norden, an einen Küstenabschnitt mit einigen Beachresorts. Ziel unserer Reise war das Jumeirah Bilgah Beach Hotel, ein großes 16stöckiges Gebäude mit 176 luxuriöse Zimmern und Suiten, neun Restaurants, Lounges und Bars, einem eigenen Aquapark und einem großen Spa- und Wellnessbereich. Merkwürdigerweise war die Begrüßung am Empfang des Hauses professionell freundlich, aber nicht besonders herzlich. Zu Trinken wurde uns auch nichts serviert, was merkwürdig ist, in Deutschland wird einem bei jedem besseren Friseur zumindest eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser angeboten.

Jumeirahotel - Suite

Jumeirahotel - Suite

Gut, wir wurden herumgeführt und es wurde durchaus nett auf unsere Fragen geantwortet, aber "Sonderwünsche" wie die Möglichkeit einen Außenbereich in luftiger Höhe (im Winterhalbjahr geschlossen) zu betreten, um nicht durch Scheiben fotografieren zu müssen, konnten nicht erfüllt werden. Es ließ sich kein Schlüssel auftreiben, schade. Irgendwie war an dem Vormittag der Wurm drin, wir konnten uns alle nicht so recht mit dem Hotel anfreunden, die Einrichtung wirkte auf uns deutlich überladen, vor allem bei den Suiten, weniger bei den einfachen Zimmern.

Die armen Männer, die den ganzen Tag als Securitymitarbeiter auf jeder Etage Wache hielten, fanden wir nach unserem westlichen Verständnis überflüssig und sogar kontraproduktiv, da Gäste den Eindruck gewinnen könnten, dass die Sicherheitslage im Lande nicht in Ordnung wäre. Wir bedauerten die armen Menschen auch, weil sie den ganzen Tag so gut wie nichts zu tun haben und nur herumstehen müssen: schrecklich. Naja, aber vielleicht wird genau dies von einheimischen, russischen und arabischen Besuchern erwartet. Irgendwie war mir der ganze Rundgang auch peinlich, da es nicht zu verbergen war, dass wir nicht begeistert waren.

Jumeriahotel - Servicemitarbeiter

Jumeriahotel - Uniform der Servicemitarbeiter

Das Restaurant, das wir anschließend besuchten, sah nett aus. Gut, die barocken Uniformen der Servicemitarbeiter waren nicht jedermanns Geschmack, aber die gut sortierte Bar, die Musikgruppe, die für angenehme Lifemusik sorgte, und das nett arrangierte Büfett sorgten für eine gewisse Entspannung. Leider wurden wir erst zum Büfett "geschickt" bevor wir nach Getränken gefragt wurden, aber egal, das kann ja mal passieren. Wir wollten schließlich etwas trinken, schnell war eine Flasche trockener Rotwein bestellt,…-..., als es uns dann allerdings mitgeteilt wurde, die letzte Flasche Rotwein wäre verkauft, da waren wir doch überrascht.

Moschee

Moschee

Für uns ging es nach einem kurzen Abstecher zum Strand zurück Richtung Stadt. Einige von uns ließen uns in der Innenstadt absetzen und marschierten am Bahnhof vorbei zu einem alten Markt. Leider wurde er gerade geschlossen, die meisten Händler hatten bereits gepackt. So suchten wir uns ein Taxi und fuhren zurück ins Hotel.
Parallel zu unserem Besuch an der Nordküste hatte ein Autorennen, die Baku World Challenge, in der Innenstadt von Baku stattgefunden. Nach solch einem Rennen wird meist kräftig gefeiert und da wir eingeladen waren, verbrachten wir den Rest des Tages bei Lifemusik, Rotwein (hier gab es welchen) und einigen Tapas. Da Lou Bega mit seinen drei hübschen Tänzerin life auftrat, war für Stimmung gesorgt.

Käse

Käse auf dem Markt

Besuch eines historischen Marktes

Am nächsten Morgen setzten wir uns in ein Taxi und fuhren direkt zum Markt, den wir am Vorabend besucht hatten. Es war ein Markt, der sicherlich nicht mehr lange dort steht, die Modernisierung wird ihn irgendwann dahinfegen. Die Hallen sind betagt, aber alles wird sauber gehalten, man sieht keinen Abfall herumliegen und unangenehme Gerüche konnten wir auch nicht feststellen. Wir schlenderten durch die Halle, fotografierten die Verkäuferinnen und Verkäufer mit ihren Waren und versuchten ein wenig mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Das gestaltete sich leider schwierig, da nur wenige Menschen Englisch sprachen und Russisch oder Türkisch konnten wir wiederum nicht.

Kaviar

Kaviar

An Lebensmitteln wurde neben Obst und Gemüse auch viel Fleisch, meist Lamm und Geflügel, aber auch Rind und Schwein angeboten. Auch Fische waren zu finden, große Störe einige große lachsähnliche Fische, vielleicht eine Art Huchen (Donaulachs) zudem Süßwasserfische wie Karpfen, Brassen und Karauschen. Die Menschen auf dem Markt waren alle sehr freundlich, wobei sich der eine oder andere doch gewundert haben mag, was wir dort machen.

Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Markt verbracht hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Uferpromenade. Dabei war es recht spannend im ersten Teil der Strecke den Wechsel zwischen neu und alt zu beobachten. Aber es ist klar, im Innenstadtbereich wird die alte Bausubstanz in den nächsten Jahren verschwunden sein und breiten und üppig begrünten Promenaden, Einkaufsstraßen und modernen Hochhäusern gewichen sein. Nach einer halben Stunden Fußweg waren wir am Meer angekommen und bestellten uns erst einmal einen Tee.

Marktstand mit Fischen

Marktstand mit Fischen

Anschließen setzten wir uns einige Minuten in die Sonne und wanderten dann in aller Ruhe die gesamte Promenade entlang, vom Hilton Hotel bis etwa zum Kristallpalast. Wieder waren wir über die Sauberkeit der Straßen und Plätze verwundert, wenn ich bedenke wie viele Kippen, Papiere und Kaugummis bei uns auf den Straßen landen. Insgesamt war es sicherlich noch zu früh unsere vielen und verschiedenartigen Eindrücke zu verarbeiten. Nur eins ist klar, wenn das Land mehr Touristen aus dem Westen haben möchte, sollten der aserbaidschanische Staat die hohen Visagebühren abschaffen und die Einreise insgesamt vereinfachen. Danach ging es nochmals durch die Altstadt und anschließen ins Hotel. Am nächsten Morgen mussten wir sehr früh am Flughafen sein, anschließend konnten wir wieder den angenehmen Service von Turkish Airline genießen.

Teezeremonie

Teezeremonie