Reichstag in Berlin im Sommer Während eines schönen Sommertages vor dem Reichstag

Berlin: Ein Sammelbecken verschiedenster Kulturen

Mit einem Ausländeranteil von rund 14 % nimmt Berlin eine führende Stellung unter den deutschen Städten ein. Legt man bei aller politischen Kontroverse um Zuwanderung, Asyl und Aufenthaltsrecht einmal der Fokus auf den kulturellen Beitrag anderer Nationen für das Leben in der deutschen Hauptstadt, stellt man schnell fest, dass die Internationalisierung in jeder Hinsicht für positive Impulse sorgt.

In Berlin leben Menschen aus rund 200 Ländern dieser Welt. Das macht die Stadt zu einem Mix der Kulturen, denn die Menschen bereichern mit ihren mitgebrachten kulturellen Traditionen wie ihrer Sprache, Musik oder Küche das Leben in der Stadt und geben ihr ein buntes und weltoffenes Gesicht.

Veranstaltungen wie der Karneval der Kulturen, der seit 1996 alljährlich gefeiert wird, vermitteln einen anschaulichen Eindruck von der Vielfalt, die in Berlin zu Hause ist. Zwar stellen von den rund 450.000 Menschen ausländischer Herkunft die Türken mit rund einem Drittel das größte Kontingent, gefolgt von Polen und Menschen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, die Länder der übrigen Nationalitäten, die Berlin beherbergt sind geografisch jedoch über den gesamten Globus verteilt.
Und gerade diese vielfältige Zusammensetzung macht Berlin zu einem Sammelbecken der verschiedensten Kulturen.

Nicht vergessen werden sollte, dass Berlin in der Vergangenheit schon immer Einwanderungsregion gewesen ist: Hugenotten kamen im 17. und Slawen zogen in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu. Der französische Bevölkerungsanteil um das Jahr 1700 betrug gar um die 20 Prozent. Der größte Anteil von Menschen ausländischer Nationalität bewohnt heute die Innenstadtbezirke. In der ungleichmäßigen Verteilung der ausländischen Bevölkerung über die Stadt unterscheidet sich Berlin von anderen europäischen Metropolen, wo sie sich oft in den Randbezirken konzentriert. In Berlin hingegen ist sie mittendrin und trägt mit dazu bei, der Welt ein positives Image der Hauptstadt und ihres Landes zu vermitteln.

Schon immer übte Berlin eine starke Anziehungskraft auf Menschen anderer Kulturkreise und Lebensweisen aus. Die Stadt kann auf eine bemerkenswerte Migrationshistorie zurückblicken, die von den französischen Hugenotten im 17. über die Slawen im 19. Jahrhundert bis hin zu den Türken reicht, die in den letzten fünf Dekaden in die Spreemetropole zogen. Heute bilden letztere mit 180.000 Menschen die größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei und geben ganzen Stadtteilen ein unverkennbares Gesicht. Obgleich ihres hohen prozentualen Anteils unter den ausländischen Bürgern repräsentieren sie doch nur eine Kultur von vielen.

In der Hauptstadt leben weitere 300.000 Menschen ausländischer Herkunft, die aus fast 200 verschiedenen Ländern kommen. Dieses einzigartige Spektrum der kulturellen Vielfalt präsentiert sich alljährlich auf dem Karneval der Kulturen, der seit 1996 stattfindet und für Toleranz, friedliches Miteinander und interkulturellen Dialog steht. Doch auch ganz andere Arten von Kulturen geben der Stadt ihre Impulse. Allen voran zählt hierzu die der Schwulen und Lesben. Berlin war für sie schon immer eine Stadt, zu der sie sich hingezogen fühlten und freier entfalten konnten wie andernorts.

     Zu den Highlights der Berliner Gaykultur zählt der alljährliche Christopher-Street-Day, einer bunten Parade mit Stadtteilfest, die die gesamten Facetten des gleichgeschlechtlichen Miteinanders als Teil der Lebenskulturen der Hauptstadt volksfestartig feiert. Doch auch zahlreiche andere Minderheitenkulturen sind in Berlin vertreten. Nicht vergessen werden darf die Vielzahl der Partykulturen, die mit der Love Parade eine spektakuläre Ausdruckform fand – stellvertretend für viele andere Events. Als Sammelbecken der unterschiedlichsten Kulturen präsentiert sich Berlin als weltoffene Stadt, in der man die Vielfalt als Ausdruck von Lebensqualität begreift und als Markenzeichen einer prosperierenden Metropole.