Cuxhaven

Blick auf Cuxhaven

Ein Wochenende in Cuxhaven

Es gib Urlaubsziele, die zwar leicht erreichbar sind, aber doch etwas abseits liegen. Das Nordseeheilbad Cuxhaven gehört dazu, ist es doch von drei Seiten von Wasser umgeben. Wer in Cuxhaven ist, wollte hierhin oder höchstens noch weiter zur Insel Helgoland, Durchgangsverkehr gibt es nicht. Auch wir hatten gezielt Cuxhaven angesteuert, um zu erkunden, warum die Stadt jedes Jahr immerhin drei Millionen Übernachtungen zählt.
Freitag am frühen Nachmittag erreichten wir, nach einer Fahrt durch Moorgebiete und Windmühlenparks, von Bremen kommend, die 53.000 Einwohner zählende Hafenstadt Cuxhaven.

Elbe

Begegnung auf der Elbe

Nach Kaffee und Kuchen erkundeten wir Strand und Deich. Leider nieselte es etwas, aber es war fast windstill. Sonnensüchtige können es sicherlich nicht verstehen, aber diese Tage an der See haben etwas, vor allem für Großstädter. So wie es den Ausdruck Entschleunigen gibt, also das Tempo aus dem Tag nehmen, Abschalten vom Alltag, müsste es einen Ausdruck „Entreizen“ geben, einen Ausdruck für das Wegnehmen der grellen, wechselnden Farben und das Verschwinden der Geräusche, vom Computersummen über den Straßenlärm bis zur Geräuschkulisse im Fitnessstudio.
Lange Rede kurzer Sinne: Die See entspannt, und zwar augenblicklich.

Restaurant Am Pier

Im Restaurant "Am Pier"

Aber irgendwann bekommt der Seeverliebteste Lust auf einen schönen Kaffee. Und ein Stück Kuchen dazu ist auch nicht verkehrt. Beim Blick über das Wattenmeer und nettem Geplauder wurde es schnell später, der Kaffee war längst getrunken und etwas Bewegung stand ja auch noch auf dem Programm, also ab zum Hafen und Schiffe gucken. Und wo kann man das besser als in Cuxhaven. Nicht nur die Schiffe aus Hamburg, sondern auch alle Ostseeschiffe, die vom Nordostseekanal kommend in die große Welt wollen, passieren Cuxhaven. Und auch alle die wieder zurückkommen.

Cuxhaven Fischereimuseum

Es gibt Interessantes zu sehen, aber ohne Hektik, die Schiffe fahren – so wirkt es vom Ufer aus– sehr langsam und es ist meist trotzdem sehr ruhig, die Schiffsmotoren hört man nicht. Nur die Möven machen Radau.
Da die Luft immer noch feucht war und uns das Bistrorestaurant „Am Pier“ direkt am Hafen anlachte, kehrten wir ein. Ein leckeres Bier (Krušovice), Nordseekrabben mit Rührei, Bratkartoffeln und Salat, nette Gespräche mit Blick auf die Elbe: das war´s, der Tag war um.

Wochenende in Cuxhaven

Am nächsten Tag stärkten wir uns am ausgezeichneten Frühstücksbüfett, wir wohnten im Strandhotel Duhnen in Stadtteil Duhnen, direkt am Deich. Der Wettergott wollte sich wohl für die grauen Stunden am Vortag entschuldigen und schickte Sonne pur.
Was macht man, wenn eine Stadtverwaltung ihren Urlaubern möglichst viel Ruhe bieten möchte und deshalb viele verkehrsberuhigte Zonen eingerichtet hat? Man steigt aufs Rad. Immer am Deich entlang radelten wir in Richtung Elbe. Zwischendurch einen kleinen Abstecher in Richtung Kurpark - Seehunde, Pinguine und Basstölpel besuchen – und schon ging es weiter.

Cuxhaven von der Elbe aus gesehen

Am Hafen angekommen, ab aufs Schiff, zur Hafenrundfahrt. Es klingt abgedroschen, aber so eine Hafenrundfahrt ist für jeden Cuxhavenbesucher ein „Muss“. Neben den interessanten Ausführungen über die Geschichte des Hafens und die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet ist der Wechsel des Blickwinkels spannend. Irgendwie sieht ein Hafen von See aus doch ganz anders aus. Außerdem ist man auf dem Wasser mittendrin im maritimen Geschehen. Das Hafenrundfahrtschiff muss großen Containerschiffen ausweichen, kann an die Werften direkt heranfahren und schaukelt natürlich auch ein wenig. Außerdem wirkt die Seeluft, vermischt mit etwas Dieselgeruch, richtig authentisch. Nur nach Fisch riecht es überhaupt nicht. Ob das schade ist, muss jeder selber beurteilen.

Meeresfrüchte Ditzer

Meeresfrüchte Ditzer

Aber am Fisch kommt man natürlich nicht vorbei. Fischrestaurants und Fischgeschäft bieten an fast jeder Ecke ihre Produkte an. Wir entschieden uns für der Fischgeschäft und Restaurant Meeresfrüchte Ditzer in der Niedersachsenstraße. Neben einer großen Auswahl an Nordseefischen und leckeren Fischgerichten wurden wir vom Geschäftsinhaber Herrn Michael Ditzer persönlich über die Vorteile der wildgefangenen Fische und den Irrsinn des Züchten von Fischen im Meer aufgeklärt.
Ich persönlich werde keinen Zuchtlachs mehr kaufen, was ich auch schon vorher nur mit schlechtem Gewissen getan habe, und mich nur noch an Hering, Makrele, Dorsch und Scholle halten. Scampis stehen sowieso nicht mehr auf dem Einkaufszettel.

Cuxhaven

Radfahrer in Cuxhaven

Und dann ging es raus aus der Stadt, vorbei an Mooren, sumpfigen Wiesen, kleine Gräben, Pferdekoppeln und Bauernhöfen. Kleine nette Radwege machen das Radfahren, fernab von Autostraßen, zu einem echten Vergnügen.
Den Nachmittag verbrachten wir dann im Thalassokur- und Wellnesszentrum Duhnen und im dazugehörenden Erlebnisbad „Ahoi!“. Das Meerwasser- und Wellenschwimmbad sorgte für Badespaß, auf die Nutzung der 65 Meter langen Wasserrutsche verzichteten wir, auch auf Massageanwendungen im Wellnessbereich: die Zeit reichte leider nicht.

Wellnesszentrum

Ruhebereich im Thalassokur- und Wellnesszentrum Cuxhaven

Wir wollten lieber die Saunalandschaft testen. Von den fünf Saunen und einem Dampfbad wählten wir die Kelo-Erdsauna, die Rosen-Sauna und die Panoramasauna (Tuli-Sauna). Vor allem von der Panorama-Sauna , mit Blick über das Wattenmeer bis zur Insel Neuwerk, waren wir begeistert. Überhaupt der Blick, wo findet man in Deutschland so eine tolle Freizeitanlage, so nah am Meer. Selbst im Schwimmbad und sogar vom Kinderbecken aus hat man freie Sicht auf das Meer. -Aber auch die schönsten Stunden gehen vorbei, also hieß es anziehen und ´raus aus dem Erlebnisbad „Ahoi!“
Anschließend folgte noch ein kleiner Bummel durch den Ort, eine Dusche und schon saßen wir wieder am Tisch. Gut umsorgt ging der Abend, bei Kalbsconsommé, weißem Heilbutt und Roter Grütze, begleitet von einem fränkischen Silvaner, auf das Angenehmste zu Ende.

Der Sonntag in Cuxhaven

Richard Neu

Im Fischereimuseum von Cuxhaven - Erklärungen von Herrn Richard Neu, Kapitän a.D.

Der Sonntag war auch leider schon der letzte Tag der Reise. Nach dem Frühstück ging es zum Fischereimuseum. Fachkundig geführt von Herrn Richard Neu, einem ehemaligen Kapitän der deutschen Hochseeflotte und Buchautor (Im Dienst der Großen Hochseefischerei), wurden wir nicht nur über Fangtechniken informiert, sondern u.a. auch über die Problematik der falschen Nutzung von Meeres-Ressourcen.
Es folgte ein kleiner Bummel über den Fischmarkt und danach ein Besuch im Restaurant Leuchtfeuer in Duhnen. Bei Ofenkartoffel mit Aalrauchmatjes und einem letzten Blick über das Wattenmeer genossen wir die letzte Stunde in Cuxhaven.