Hondarribia

Hondarribia

Hondarribia

Am Freitag schauten wir uns vormittags die Boote und Schiffe im Hafen von Hendaye an und stöberten im Lagerverkauf der Firma Tribord. Außerdem buchte ich eine Angeltour für den folgenden Tag. Danach lockte uns der Strand zum Sonnenbaden und das Meer mit einer schönen Brandung.
Nachmittags verdunkelte sich der Himmel nach Westen hin bedrohlich und wir beobachteten einen kleinen Wirbelsturm in Hondarribia auf der spanischen Seite des Grenzflusses Bidasoa. An unserem Strand passierte nicht viel, nur dass der Wind zeitweise etwas auffrischte. Nach knapp einer Stunde präsentierte sich der Himmel dann schon wieder weitgehend wolkenlos.

Surfunterricht

Surfunterricht

An der Küste des Aquitaine können jederzeit starke, sturmartige Böen auftreten, wie wir vor Jahren im etwas weiter nördlich liegenden Hossegor beobachten konnten. Wenn plötzlich viele Einheimische ihre Sachen packen und vom Strand verschwinden, ist es ratsam, es ihnen nachzutun. Es kann zwar nicht wirklich etwas Schlimmes passieren, aber der Aufenthalt am Strand ist nicht mehr wirklich angenehm, schon weil nach den Sturmböen alle Klamotten voller Sand sind. Außerdem kann auch in die Augen Sand gelangen und das muss nun wirklich nicht sein.

Bidasoa

Blick auf den Grenzfluss Bidasoa

Raus aufs Meer - von einer Angeltour

Am Samstag war ich gegen 7.15 Uhr am Hafen. Ich war extra früh gekommen, um mir in Ruhe einen gebührenfreien Parkplatz suchen zu können. Dann marschierte ich zum Kai, von wo aus das Angelschiff »Hendayais II« um 7.45 Uhr in See stechen wollte. Es ging auch pünktlich los, raus aus dem Hafen und rauf auf den Fluss und schließlich aufs Meer hinaus.
Außerhalb des Hafenbereichs ließ die Besatzung zwei Schleppruten aus, um eventuell interessierte Bonitos und anderen Raubfische an den Haken zu bekommen. Und tatsächlich biss nach einer Weile ein etwa 50-60 Zentimeter langer Fisch an, der sich aber nach einer Minute wieder vom Haken lösen konnte.
Es herrschte am Anfang der Tour etwas Seegang, aber niemand wurde seekrank, was vielleicht an der Bauweise des kleinen Schiffes und an dem niedrigen Deck lag. An der ersten Angelstelle angelangt, stellte der Kapitän den Motor ab und der Angelguide erklärte die Handhabung des Leihgeräts und die Angeltechnik.

Pintxosbar

Pintxosbar

Dies vermute ich zumindest, verstanden habe ich nichts. Ich hatte meine eigene Angel dabei und fing an zu angeln. Um zum Grund in vierzig Meter Wassertiefe zu gelangen, mussten wir 200 Gramm-Bleie einsetzen. Als Köder verwendeten wir kleine Tintenfischstücke. Wenn an einer Stelle keine Fische mehr an die Haken gingen, fuhren wir ein Stück weiter. Nach drei Stunden ging es zurück. Es war ein kurzweiliges Angeln gewesen, ich hatte acht kleinere Fische gefangen, womit ich zufrieden sein konnte, schließlich hatte keiner mehr gefangen und richtig große Fische hätten mit den kleinen Angelhaken gar nicht gefangen werden können.

Nach der Angeltour ging es zurück auf den Campingplatz, schließlich mussten die Fische geschuppt, ausgenommen und gekühlt werden. Anschließend kochte ich eine Gemüsebrühe, in die ich dann die Fische zum Garen hineinlegte. Sie schmeckten hervorragend. Vor allem die kleinen Drachenköpfe hatten sehr festes und aromatisches Fleisch.
Nachmittags fuhren wir mit dem Bus nochmals in den Ort, um am Strand entlang zu wandern und etwas zu schwimmen.

Hondarribia

Vor dem Lunch

Bootsfahrt nach Hondarribia

Hondarribia (spanisch: Fuenterrabía, französisch Fontarabie) - auf dem Grenzfluss Bidassoa Am Sonntagvormittag fuhren wir mit dem ersten Bus nach Hendaye, gingen zu Fuß bis zum Hafen, tranken unterwegs einen Kaffee und nahmen das nächste Schiff rüber zur spanischen Seite.
Unter Schiff sollte man sich keine große oder kleine Autofähre vorstellen, sondern ein Schiffchen, das bis zu 50 Personen aufnehmen kann. Autofahrer können schließlich einen kleinen Bogen fahren und die nächste Brücke benutzen. Aber mit dem Schiffchen war es natürlich viel netter und außerdem schien die Sonne, so dass wir einen guten Blick über den Grenzfluss Bidassoa (spanisch Bidasoa), die Stadt Hondarribia (spanisch: Fuenterrabía, französisch Fontarabie) und die Umgebung hatten. Noch ein Vorteil: Parkplatzsuche und die üblichen Parkgebühren fielen auch weg und die Fähre nach Spanien ist preiswert. Kein Wunder, nach etwa zehn Minuten ist man auf der anderen Seite.

Häuserzeile

Hondarribia Häuser

Plaza de Armas und Meerblick

Wir stiegen aus und gingen zunächst bergauf. Ich war vor vier Jahren schon mal in Hondarribia gewesen und wollte nochmals den historischen Ortskern besuchen. Am Plaza de Armas machten wir halten und besichtigten den Parador, eine ehemalige Burg, die Kaiser Karl V. im 16. Jahrhundert erbauen ließ.
So abweisend das heutige Hotel von außen wirkt, so anheimelnder ist die ehemalige Burg in Innen. Wir tranken in der Hotelbar einen Espresso und schauten uns die historische Innendekoration in Ruhe an. Danach genossen wir den lick über den Fluss Bidassoa, den Strand von Hendaye und das Meer mit seinen unzähligen Booten.

Stadtmauer

Hondarribia - die Stadtmauer

Danach bummelten wir durch die Straßen in denen die Anfangssequenzen des Filmes „Papillon“ mit Dustin Hoffmann gedreht wurden, besichtigten die mächtige Stadtmauer, die die gesamte Altstadt umgibt und gingen dann wieder bergab, um ins „Vergnügungsviertel“ unten am Fluss zu gelangen.
Wie gesagt es war Sonntag, Mittagszeit und Sommer. So war es kein Wunder, dass die Straßen voller Menschen waren. Vor den Pitxosbars standen Männer, Frauen und Kinder, Junge und Alte, Einheimische und Touristen und tranken Kaffee, Bier, Cidra oder Wein und aßen Pintxos (spanisch Pinchos).

Ich schaute in verschiedene Bars hinein, vor allem um einen Blick auf die auf den Theken stehenden Pitxos zu werfen, schließlich gibt es auch bei ihnen Unterschiede. Neben der Größe des Pintxos-Sortiments spielte für mich auch die Optik eine Rolle und das Ambiente des Lokals ist schließlich auch wichtig, um sich wohl zu fühlen.

Hondarribia

Hondarribia vor dem Lunch

Schließlich blieben wir in der Pintxosbar „Rafael“ hangen. Die Qualität der Pintxos war gut, wie sich herausstellte, der Service war nett und aufmerksam und das Lokal war bei Jung und Alt beliebt. Wir tranken natürlich einen Wein aus dem spanischen Baskenland, einenTxakoli. Txakoli ist ein leichter und frischer Weißwein mit einem recht niedrigen Alkoholgehalt, der sich gut als sommerlicher Aperitif eignet.

Txakoli wird vom Kellner oder Buffetter aus größerer Höhe eingeschenkt, damit der Wein Sauerstoff bekommt. Dann bekommt der Gast das Glas. Man sollte es sofort austrinken, langes Stehen bekommt dem Txakoli nicht. Damit man nicht, oder nicht zu sehr, betrunken wird, wird immer nur eine kleine Menge eingeschenkt. Nach diversen Pintxos und Txakoli gingen wir in Richtung Marina und Strand. Allerdings war es ein sehr heißer Tag mit etwa 35 Grad Celsius, so legten wir uns am Fluss unter einen Baum in den Schatten, machten ein Nickerchen und marschierten dann zum Hafen von Hondarribia. Anschließend ging es mit der kleinen Fähre wieder zurück nach Hendaye.

Steilküste

Biarritz - Steilküste

Auf der anderen Flussseite tranken wir einen Kaffee und fuhren dann mit dem Bus zurück auf den Campinglatz. Zum Abendessen gab es eine Bohnensuppe aus baskischen schwarzen Bohnen, Knoblauch, Tomate, Zwiebel, Paprikapulver aus Espelette, Salz und Würfeln vom Serranoschinken. .. - Lecker und sättigend.

Biarritz - wilde Küste und traumhafter Strand

In den vergangenen Tagen hatten wir uns entweder in Richtung spanisches Baskenland oder Pyrenäen orientiert. Nun sollte es nach Norden gehen, nach Biarritz und Bayonne. Mit dem Auto waren wir nach einer halben Stunde Fahrt in Biarritz. Unser Parkhaus befand sich unweit der Strandpromenade und so gingen wir als erstes an den Strand und schauten den vielen Wellenreitern zu.
Die Wellen waren für uns beeindruckend hoch, allerdings fahren die echten Profis mit Booten etwa zwei Kilometer auf die offene See hinaus. Dort gibt es einen Bereich, wo der Meeresgrund steil ansteigt und sich bei bestimmten Wetterlagen riesige Wellen bilden. Aus diesem Grund ist die Cote Basque bei Profi-Surfern aus aller Welt bekannt und beliebt.

Biarritz - Land und Meer

Wir waren aber nicht zum Surfen und auch nicht zum Baden gekommen und marschierten lieber in Richtung Hafen. Obgleich Biarritz ein mondäner, wenn auch in die Jahre gekommener, Badeort ist, erwartet man eine große Marina. Aber dafür ist an dieser gefährlichen Küste kein Platz. In Biarritz existiert nur ein kleiner Naturhafen zwischen einzelnen Felsen der Steilküste, ein Hafen, der nur Platz für kleine Fischerboote lässt. Das mag Yachtbesitzer ärgern, für Besucher wirken diese kleinen und versteckt liegenden Hafenbecken aber viel authentischer.

Nach einigen Fotos schauten wir uns die Kathedrale von Biarritz an. Es lohnt sich sie zu besuchen, eine angenehm schlichte Kirche mit hübschen Glasfenstern. Anschließend schlenderten wir durch Biarritz und seine Einkaufsstraßen. Es war inzwischen Mittag geworden und entsprechend voll waren die Straßen. Der Strand und die Küste sind sehr hübsch, aber für mich ist Biarritz trotzdem kein Muss.

Strand

Biarritz - Promenade und Strand

In der Altstadt von Bayonne

Anschließend fuhren wir nach Bayonne, der Hauptstadt der Region. Bayonne bildet die nördliche Grenze des Baskenlandes. Die Stadt am Zusammenfluss der beiden Flüsse Adour und Nive beeindruckt durch eine weitgehend intakte mittelalterliche Innenstadt. Es war leider Mittagszeit. Viele Geschäfte hatten Mittagspause, wie es in Frankreich noch häufiger vorkommt und auch die Markthalle hatte schon geschlossen. Wir wollte uns auch die Kathedrale Nôtre-Dame anschauen, aber sie war ebenfalls geschlossen. So kauften wir in einem kleinen Supermarkt noch einige Lebensmittel ein und machten uns dann auf den Weg zurück auf unseren Campingplatz in Hendaye.

Saint-Jean-de-Luz - Markt, Hafen, Einkaufsstraßen und Uferpromenade

Gasse

Gasse in Bayonne

Am Dienstag wollten wir endlich Saint-Jean-de-Luz (baskisch Donibane Lohizune) kennenlernen, nachdem wir schon oft vorbei gefahren waren. Die alte Taktik früh loszukommen, naja früh bedeutet vor zehn Uhr morgens, hat sich auch hier bewährt. Um diese Zeit war es kein Problem ohne Stau in die Stadt und ins nächste Parkhaus zu gelangen. Das Parkhaus lag nicht weit von der Markthalle entfernt und auch hier hielt sich der Andrang noch in Grenzen. „Einkaufen können wir später noch“, dachten wir und schauten uns das Sortiment in Ruhe an. Auch außerhalb der Markthalle waren viele kleine Stände von örtlichen Erzeugern mit Obst, Gemüse, Käse, Wein, Honig, Rillettes und Backwaren aufgebaut.

Hafen

Der Hafen von Saint Jean de Luz

In der Halle dominierten die Fischstände, was für eine Stadt am Meer mit einem Fischereihafen nicht verwunderlich ist. Besonders die großen Thunfische stachen den Besuchern ins Auge. Für mich als Hobbykoch waren die vielen kleineren Fischarten aber viel spannender, zum Beispiel Petermännchen (sehr lecker und preiswert), verschiedene Knurrhahnarten, Meerbarben, Meerbrassen, Drachenköpfe und die superfrischen Makrelen, Sardinen und Sardellen. Natürlich gab es auch Lachs, aber warum sollte man hier einen Zuchtfisch aus Norwegen kaufen? Mehr als eine Ergänzung waren die vielen Austernarten, Meeresschnecken, Mies- und Venusmuscheln, Kalmare, Sepia und Oktopusse.

Aber es gab auch eine großer Auswahl an Rind-, Schweine- und Lammfleisch, dazu Wachteln, Tauben, Hühner, Enten und Gänse. Und auch Innereien, Schinken, Würste und Confit fehlten nicht. Dann ging es in Richtung Uferpromenade. An der Kirche Saint-Jean Baptiste konnten wir nicht vorbeigehen, ohne schnell mal einen Blick hinein zu werfen. Das Innere überraschte doch ein wenig. Es war von Holz geprägt und wirkte recht dunkel, aber nicht unfreundlich oder bedrohlich. Interessant: In der Kirche Saint-Jean Baptiste hat vor 351 Jahren der Sonnenkönig Ludwig XIV. Maria Theresia von Spanien geheiratet.

Saint Jean de Luz

Fischstand in der Markthalle von Saint Jean de Luz

Auf dem Weg zur Promenade kamen wir an zahlreichen Restaurants vorbei, viele mit baskischer Küche oder spanischen Spezialitäten. Die Tische waren oft nett eingedeckt, die Menüs lasen sich vielversprechend. Auf der Promenade angekommen machten wir einige Fotos, aber das Ufer war zwar nett, aber nichts Besonderes, also gingen wir langsam in Richtung Hafen. Hier tranken wir einen Kaffee, schauten und die umliegenden Geschäfte und machten uns auf den Weg zurück zur Markthalle. Dort war es inzwischen richtig voll geworden und so mussten wir uns anstellen und warten. Wir kauften einige frische Fische: Sardinen, Makrelen, Rochen.

Zurück auf dem Campingplatz setzte ich unseren Holzkohlengrill in Betrieb und grillte die superfrischen Fische. Ach ja, Baguette gab es natürlich auch dazu und einen leckeren Salat.

Landschaft

Gasse in Saint-Jean-Pied-de-Port

Saint-Jean-Pied-de-Port

Am nächsten Morgen ging es nach Saint-Jean-Pied-de-Port (baskisch Donibane Garazi), aber ganz gemütlich über Land, vorbei an Wildwasserflüssen, Kajakshops, Schafsherden und Bauernhöfen. Auf einem Bauernhof kauften wir etwas Wurst, Rillettes und einen berühmten Schafskäse, einen Ossau-Iraty Brebis-Pyrénées, kurz Brebis genannt. Es ist ein wohlschmeckender, milder Hartkäse. Unterwegs legten wir einige Stopps zum Fotografieren ein und gegen Mittag tranken wir in der Chocolaterie Laia in der Ortschaft Saint-Étienne-de-Baïgorry heiße Schokolade und probierten einige der handgemachten Pralinen: Sehr lecker.

Von Saint-Étienne-de-Baïgorry waren es nur noch wenige Kilometer bis zur kleinen Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Stadt ist für viele Wanderer und Pilger, der Ausgangspunkt für ihre Wanderung auf dem Jakobsweg, nicht erst seit der Veröffentlichung des Buches „Ich bin dann mal weg“ von Harpe Kerkeling.

Saint-Jean-Pied-de-Port

Saint-Jean-Pied-de-Port

Die kleine Stadt mit ihren knapp 1.500 Einwohnern ist ein Touristenmagnet. Und davon lebt die Stadt scheinbar nicht schlecht. In fast jedem Haus ist ein Geschäft, Restaurant oder kleines Hotel, die Straßen sind voller Menschen, zumindest in den Sommermonaten.
Saint-Jean-Pied-de-Port wird auch oft von Tagesgästen besucht, die ihre Unterkunft an der Küste haben und die bekannte Pilgerstadt mit ihrer Zitadelle kennlernen möchten. Auch wir gingen durch den Ort, besichtigten die alte Stadtmauer und die historische Burganlage, aßen und tranken etwas Cidre und Schinken und schauten aus Neugierde im Pilgerbüro vorbei, dem Ort an dem die Pilger sich ihren Pilgerausweise ausstellen lassen.

Wir verließen am frühen Nachmittag die Stadt und fuhren einmal über die Pyrenäen in Richtung Pamplona, bogen allerdings 20 oder 30 Kilometer vorher in Richtung Küste ab, um wieder nach Hendaye zu gelangen.
Es war eine Fahrt zuerst durch Nebel und Regen und später auf spanischer Seite durch Sonnenschein. Die Region ist dünn besiedelt, eine wunderschöne Landschaft mit sehr vielen Wäldern, vereinzelten Wiesen und ungezähmten Bergflüssen. Nur selten kamen wir an kleinen Dörfern oder einzelnen Gehöften vorbei. Die Fahrt zog sich hin und so war ich froh, abends zurück in Hendaye zu sein.
Am nächsten Tag, es war der Donnerstag, packten wir langsam für die Rückfahrt, gingen nachmittags nochmals schwimmen und fuhren am Freitag gegen 8 Uhr morgens im strömenden Regen in Richtung Heimat.