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Musche3lmord

Pilger auf dem Jakobsweg

Muschelmord: Tod auf dem Jakobsweg (Tobias Büscher)

Polizist Pepe arbeitet in Pamplona. Er pfeift auf Hemingway, Heilige und Hostien. Doch dann führt ihn eine Spur auf den Jakobsweg. Als Pilger verkleidet ermittelt er im Milieu der Kerkelinge und Kirchengänger. Der neue Krimi von Tobias Büscher ist nach Recherchen in Dominikaner-Klöstern, Leichenhallen und düsteren Bodegas nun auf dem Markt: als E-Book und als Taschenbuch auf Deutsch und Spanisch, siehe unten.
Eine Tote in Düsseldorf, ein Erhängter im Kirchentor einer Jakobsruine, ein Drama an der Todesküste nahe Santiago in Galicien und dann auch noch ein Mord beim Stiertreiben in Pamplona. Kommissar Pepe Segura hat es nicht leicht. Als Ermittler läuft er den Jakobsweg als einziger vollkommen unfreiwillig. Und stößt schon bald auf eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, in der jeder der Mörder sein könnte. Mehr


Uralt und brandneu: Die Erfurter Vorgeschichte von Kirsten, Andreas und Dale (Beate Baum)


Erfurt, September 1991. Die Zeitungen und Fernsehsender aus dem Westen haben sich schon eingerichtet, aber noch ist alles improvisiert und die Medienlandschaft im Fluss. Kirsten Bertram ergreift ihre Chance und nimmt eine feste Stelle beim neu entstandenen »Tageskurier« an, auch wenn sie erst einmal nur als illegale Untermieterin im Studentenwohnheim unterkommt. Aber die Arbeit ist aufregend und meist ist sie ohnehin bei ihrem neuen Freund, dem Privatdetektiv Dale Ingram. Mehr...


Ein Dorf ohne Kneipe (Wolfgang Rill)

Eduard Harnischfeger streicht das Wechselgeld ein. -Weißt du, Paul, was das Zweittraurigste ist?- lallt er.
-Nein.- - Ein Dorf ohne Kneipe. Und weißt du, was das Traurigste ist? Ein Dorf mit dei­ner Kneipe.- Neun Stufen abwärts dann schräg den kopfsteingepflasterten Hof hinunter. Vorsicht, der Misthaufen! Gewohnheitsmäßig weicht Eduard dem Mist aus, der seit sieben Jahren nicht mehr da ist, sondern ins Silo hinter der Scheuer gepumpt wird. Stockfinster ist's, aber man kennt sich ja aus, kein Problem das alles. Hand hoch: der Briefkasten an der Straße. Finger links: Kottmanns Lattenzaun, die siebte Latte fehlt. Zwölf kleine Helle und zwölf doppelte Diesel, normale Betankung.
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Die Residenz am Mondsee(H.-R. Huly)

Der schwarze SEL hält geräuschlos vor dem Eingangstor der Residenz. Ein großer schwarzhaariger Mann steigt aus und geht zum Pförtnerhaus während das Auto davon fährt.
     "Mein Name ist Dr. Schneider. Bitte, melden Sie mich bei Herrn Schwarzheide an."
Oskar, der Pförtner, ist von der Präsenz des Mannes so eingeschüchtert, dass er ohne Rückfragen das kleine Tor für den Personenverkehr öffnet.

Mit einem leichten Nicken bedankt sich der Besucher und geht mit kräftigen Schritten die schnurgerade Alle mit ihrem uralten, mächtigem Eichenbestand zum Empfang hinauf. Einen kleinen Abstecher in die mit Buchsbaum eingefassten Blumenrabatten, deren Schönheit er beglückt in sich aufnimmt, nutzt er, um das vorzüglich renovierte kleine Schlösschen und die daneben sich elegant im weiten Abstand auf einem Halbkreis angelegten sechs Wohngebäude im Stil der modernisierten Gründerzeit in sich aufzunehmen. Er ist zufrieden, hier wird er eine angemessene Wohnung für die nächsten Jahre finden. Er umrundet den weißen Brunnen, in dem das Wasser über fünf Sandsteinkaskaden unberührt von der Zeit vor sich hin plätschert. Er nickt der Dame im Empfang zu und setzt sich wortlos in eines der bereitstehenden de Sede Sofas.
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Beinahe ein Unfall(H.-R. Huly)

Noch einmal durchatmen, entspannen - Zündschlüssel. Der Motor springt an. Rückwärts aus der Parklücke. Erster Gang rein - denk dran: fahr langsam, links halten, bleib ruhig, hier herrscht das Chaos, dies ist Thailand und Pattaya ist rücksichtslos. Und bloß nicht auf Hahnenkämpfe einlassen. Die Bar in Naklua läuft dir nicht weg. Ist doch egal ob du in 35 oder 60 Minuten ankommst.
Kann der Arsch nicht ein bisschen weiter rechts fahre, dann wäre ich jetzt schon aus der Einfahrt raus. Alles frei, rauf auf die rechte Spur. An dem muss ich links vorbei, verdammt, da ist einer, wo kommt der denn her. Abbremsen, warten - fängt ja gut an. Bin gespannt auf die Auffahrt zur Zweiten Straße. Na Klasse, Stau, mindestens fünf Wagen vor mir und in der Zweiten Straße stehen sie. Die CD dröhnt "A hard days night", die Beatles haben recht, trotzdem, dass brauche ich jetzt nicht, Vorlauftaste drücken. "It never rains in Kalifornia", schon besser.
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Abstehende Ohren (Wolfgang Rill)

Guten Tag, Herr Fuchs, es freut uns sehr, dass Sie Zeit gefunden haben, heute in unserer Sendung „Der besondere Gast am Sonntag“ aufzutreten. Sie haben ja einen bemerkenswerten Beruf, der heutzutage, leider, muss man vielleicht sagen, in die politische Weltlage passt. Sie sind Doppelgängerindentifakator. Sagen Sie, was macht ein Doppelgängeridentifikator?
Er identifiziert Doppelgänger.
Und das ist ein Beruf? Für wen arbeiten Sie denn in diesem Beruf? Bevor Herr Fuchs antwortet möchte ich die Hörer an den Radiogeräten draußen im Land darauf hinweisen, dass Herr Fuchs nicht der wahre Name unseres heutigen Gastes ist. Zwar ist er, nennen wir ihn weiter Herrn Fuchs, inzwischen im Ruhestand, nur deswegen gibt er dieses Interview, aber gewisse Vorsichtsmaßnahmen sind dennoch nötig. Wir werden, so hoffe ich, erfahren, warum. Wir dürfen gespannt sein. Also noch mal die Frage, die wie aus einem Agentenroman klingt: Für wen arbeiten Sie, Herr Fuchs?
Ich arbeitete für die verschiedensten Auftraggeber. Oft waren es große, internationale Organisationen. Ich will es nicht verschweigen, auch Geheimdienste waren darunter. Manchmal aber auch Privatpersonen oder Firmen.
Nun, wir können davon ausgehen, liebe Hörer, dass nicht jeder Mann von der Straße einen Doppelgängeridentifikator braucht. Aber ist es nicht z. B. so, dass auch die Polizei oder die Kriminalpolizei Ihre Dienste in Anspruch nahm?
Durchaus.
Erklären Sie uns doch bitte: Was haben Sie da so gemacht?
Nun, wie soll ich anfangen? Fest steht, dass ich irgendwann eine besondere Fähigkeit in mir entdeckte.
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Das Abendkleid (H.-R. Huly)

Silvi sah ihrer Schwester Ruth zu, wie sie vor der unaufgeräumten
Küchenzeile hin und her lief.
"Ruth, du nervst, setz dich hin. "
"Du hast gut reden. Du brauchst ja nur einen sexy Fummel für die Disco."
"Und du etwa nicht?"
"Nein, ich gehe mit Peter aus."
"Peter, wer ist das denn?"
"Peter ist Student, richtig an der Uni."
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