Regensburg

In der Innenstadt von Regensburg

Endlich Urlaub - ab nach Österreich

Es gibt Menschen, die verbringen Ihren Urlaub oft in Norddeutschland oder in Skandinavien, alternativ nehmen sie die Route de Soleil in Richtung Südfrankreich oder Iberische Halbinsel. Für solche Menschen, wie zum Beispiel dem Autor, ist eine Fahrt nach Süddeutschland und Österreich ein kleines Abenteuer. Mit gut gepflegten Vorurteilen (bieder, Blasmusik und Berge) im Gepäck ging es los.

Nach fünf Stunden Autofahrt war das erste Ziel, die Universitätsstadt Regensburg, erreicht. Als Unterkunft hatten wir eine kleine Ferienwohnung im Schloss Weichs, zu einem sehr günstigen Preis.

Zimmer im Schloss Weichs

Ferienwohnung im Schloss Weichs

Zugeben, das Schloss thronte auf keinem Berg und es beherrschte auch nicht die Landschaft ringsherum, es war eher klein und schnuckelig, mit hohen Mauern und einer schmalen Einfahrt, mitten in einem Wohngebiet gelegen.

Im Schloss Weichs selber war bereits der erste Eindruck sehr positiv. Die Gänge und vor allem Wohnungen waren passend mit Ritterrüstungen, Schwertern, Lanzen, alten Leuchtern und anderen Antiquitäten ausgestattet. Auf moderne Bäder und Küchen muss man als Gast im Schloss Weichs aber nicht verzichten.

Donau bei Regensburg

Die Donau bei Regensburg

Regensburg

Da es noch nicht so spät war, machten wir uns auf in Richtung Regensburger Innenstadt. Ein Fußmarsch von etwa 20 Minuten, vorbei an Amateurkickern, einem IT-, Technologie- und Gründerzentrum und etwas später einer großen Villa (größer als das Schloss Weichs).

An der Peripherie der Stadt waren die Straßen fast menschenleer, in der Innenstadt war es deutlich lebhafter. Einheimische und Touristen flanierten durch die Straßen, aber wir, hungrig wie wir waren, suchten ein nettes Gasthaus, um so richtig bayerisch zu essen.

Landshut

Landshut

Der Schlossbesitzer Herr Hofmeister hatte uns das Gasthaus »Kneitinger« empfohlen, trotzdem entschieden wir uns, aufgrund des optischen Eindrucks, für das »Fürstlich Gasthaus«.

Der Lokal wirkte freundlich und war gut besucht, aber nicht voll. Der junge Mann der uns einen Tisch zuwies war freundlich und auch die Bedienung war nett.

Allerdings dauerte es schon recht lange bis das bestellte Bier serviert wurde, deutlich länger als man im Rheinland oder München in ähnlichen Betrieben gewartet hätte.

Innviertel

Innviertel

Nach einer Weile kam auch die Meerrettichsuppe (lecker) und die Leberknödelsuppe (ein Touch säuerlich), aber die Wartezeit bis zur Haxe ... ?! - Irgendwann nach 1 1/2 Stunden wurden unsere Haxen serviert: es ging so, bei Schweine Janes in der Düsseldorfer Altstadt schmecken die Haxen zwar besser, deutlich zarter,...!

Aber, der erste Urlaubstag, der Gast übt sich in Geduld und Humor und fragt die Serviererin, »ob die Küche heute besonders viel Streß gehabt hätte, das Essen hätte - nach unserem Geschmack - etwas auf sich warten lassen. Aber das könne nun ja mal vorkommen.«... - Antwort der Serviererin, nach kurzem Nachdenken: »Das ist hier immer so«! -

Blick auf Burghausen

Blick auf Burghausen

Landshut

Nach einer geruhsamen Nacht hinter 80 Zentimetern dicken Schlossmauern, saßen wir am nächsten Vormittag in Landshut beim Frühstück. Das Stadtzentrum, eher ein langgestreckter Marktplatz, wurde freundlich von der Sonne angestrahlt, die Stimmung war friedlich, freundlich und trotzdem geschäftig: Schüler machten Pause, Hausfrauen kauften ein und Geschäftsleute eilten zu ihren Terminen. Nach einem Bummel durch die Stadt besichtigten wir die St.Martinskirche. Das Gotteshaus besitzt einen über 130 Meter hohen Backsteinturm, übrigens, der höchsten der Erde.

Das Freibad von Burghausen

Wie kauften noch einige Himbeeren auf dem Markt und setzen und wieder ins Auto, um der Stadt Burghausen einen Besuch abzustatten.

Burghausen und seine Burgen

Wir fuhren aus Richtung Norden, vorbei an den Wackerwerken und waren recht schnell in der Innenstadt. Burghausen ist sehr hübsch, die Innenstadt ähnelt der in Landshut. Ein großer langgestreckter Marktplatz mit hübschen Bürgerhäusern aus dem Mittelalter, nicht so frisch herausgeputzt, nicht so touristisch wie in Landshut, trotzdem ordentlich in Schuss gehalten.

In der Burg

In der Burg

Über der gesamten Stadt thront eine riesige Burganlage, die längste in Europa. Die Burganlage ist eine Aneinanderreihung von sechs Burgen, die meisten aus der Zeit der Wittelsbacher (15. Jahrhundert). Aber schon in der Bronzezeit war der gut zu verteidigende Höhenrücken besiedelt.

Wir tranken unten in der Stadt einen Espresso und marschierten hoch. - Eintritt? Fehlanzeige. Trotzdem ordentlich gepflegte, teilweise bewohnte Burganlagen, ein Restaurant, das Stadtmuseum und ein privates Foltermuseum. Eine beeindruckende Burganlage, aber keinen scheint das so richtig zu interessieren. Wenn man das mit anderen Sehenswürdigkeiten in Europa vergleicht, ein vergessener Schatz.

Wappen

Wappen

Von der einen Seite blickten wir auf Burghausen und die Salzach herab, auf der anderen Seite schauten wir in eine liebliche oberbayerische Landschaft und auf den Wöhrsee. Der Wöhrsee ist ein Altarm der Salzach, an ihm dem ein entzückendes Freibad liegt.

Ein Jammer, hier hätten wir gerne einige Tage mit schwimmen, lesen, träumen und bummeln verbracht, vor allem weil auch zwei Tage später ein Burgfest begann. Das wäre sicherlich interessant gewesen.

Österreich

weiter Blick

Burghausen - weiter Blick

So ging es über eine schmale Brücke die in der Burghausener Innenstadt über die Salzach nach Österreich führte. Durch die gepflegte, liebliche Kultur- und Naturlandschaft des Innviertels ging es über Landstraßen in Richtung Salzburg. Bei sonnigem Wetter war die Fahrt durch die Voralpenlandschaft ein Vergnügen, die Berge waren im Hintergrund deutlich zu sehen. Einen kurzen Stopp legten nur wir bei der hübschen Wallfahrtskirche Maria Bühel ein.

Bei Salzburg fuhren wir auf die Autobahn 10 und dann weiter in Richtung Süden, in die Alpen hinein.

Alpendorf

Alpendorf

Alpendorf

Alpendorf liegt auf 850 Metern Höhe und ist ein Stadtteil von St.Johann. Ein Stadtteil der etwa drei Kilometer von St.Johann entfernt liegt und vor wenigen Jahrzehnten nur aus einem Bauernhof und einem Gasthof bestand. Heute findet man hier zahlreiche Restaurants und vor allem Hotels der oberen Kategorie. Der ganze Ort wirkt sehr sauber und gepflegt, so wie es die Gäste aus dem In- und Ausland erwarten. Unübersehbar sind die zahlreichen Angebote für Wintersportler, aber nach wenigen Schritten ist man in der sommerlichen Natur. Wir zum Beispiel machten uns nach dem Einchecken im Hotel Alpendorf auf zur Liechtensteinklamm.

Liechtensteinklamm

Liechtensteinklamm

Über Wiesen und durch Wälder erreichten wir nach einer halben Stunde die berühmte Schlucht. Zahlreiche Holzstege wurden an die Felsen gebaut. Brücken, Treppen und sogar Tunnel waren nötig um die Klamm für Besucher zu erschließen. Das Rauschen des Wassers sorgt für eine permanent hohen Geräuschpegel, die Luft ist extrem feucht und kühl. Erst am Ende der Klamm, dort wo es wieder grün wird und die Sonne hinkommt wird es wieder wärmer (Der Besuch der Klamm kostet Eintritt, der Zugang wird kontrolliert, um Kontrolle über die Anzahl der Besucher zu haben und um bei zu viel Regen die Klamm sperren zu können).

Oberforsthof

Oberforsthof

Das Abendessen im Hotel Oberforsthof wurde bis auf den ersten Gang serviert, nur für die Vorspeise - frische Salate, hausgemachte Pasteten und Terrinen - wählten wir am Bufett aus. Beim Menü war jeder Gang ein wirklicher Genuss, dem 21. Jahrhundert und anspruchsvollen Gästen, die wissen was Spitzenküche ist, angemessen. Nicht nur das Essen, sondern auch das gesamte Ambiente, der Garten, der Wellnessbereich, die Zimmer und vor allem die Freundlichkeit der gut ausgebildeten Mitarbeiter ist vorbildlich.

Großarltal

Grossarltal-Ache

Im Grossarltal

Am nächsten Tag schien freundlich die Sonne vom Himmel. Ein Grund früh loszuziehen, um etwas mehr von der Region zu sehen. Die Straße an Alpendorf vorbei führte in Richtung Süden, ins Großarltal. Ein grünes, freundliches Alpental mit kleinen Urlaubsorten und kleinen Bauernhöfen.

Wir machten kurze Spaziergänge durch die Orte Großarl und Hüttschlag, um dann bis ans Ende des Tals zu fahren, dort zu parken und loszuwandern. Das erste Ziel der Ötzl-See ist schnell erreicht, der Weg dorthin ein Spaziergang. Der See ist eher klein und flach, nicht besonders aufregend. Von dort ging es weiter bergauf. Unser Ziel war der Schödersee.

Schödersee

Schödersee

Ein Hinweisschild am Anfang des Weges machte darauf aufmerksam, dass feste Wanderschuhe absolut notwendig sind, eine berechtigte Warnung, da der Weg jetzt tatsächlich über Stock und Stein ging und manchmal sogar gesucht werden musste. Ich war froh über meine Wanderschuhe. Der Weg ging immer entlang der Großarler Arche, immer an der Ache entlang und manchmal auch mitten durch. Trotzdem war die Wanderung ein echtes Vergnügen. Der größere Teil der Strecke ging durch einen wilden Alpenwald, hin und wieder machten Hinweisschilder auf interessante Pflanzen aufmerksam.

Blick auf den Oberforsthof

Blick auf den Oberforsthof mit Biopool

Es war ein sonniger Tag, trotzdem kam manchmal ein sehr kühler Wind von den Bergen runter und ließ uns fast ein wenig frösteln. Wir glaubten allein unterwegs zu sein, nur zu Beginn kam uns ein junger Nordic Walking Sportler entgegen, umso erstaunter waren wir, dass am Ziel, dem Schödersee, ein gutes Dutzend Wanderer rasteten.

Auch wir legten eine Pause ein und dann ging es zurück ins Tal. Der Rückweg kam uns kürzer vor, kein Wunder es ging ja auch bergab.

Salzachtal vom Oberforsthof

Salzachtal vom Oberforsthof aus fotografiert

Im Hotel angekommen, legten wir uns noch etwas in die Sonne, sprangen in den Pool und ließen den Abend genauso erfreulich wie am Vorabend im Restaurant ausklingen.

Fuchl am See

Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Norden, besuchten die Keltenstadt Hallein und kamen am frühen Nachmittag im Ebners Waldhotel in Fuschl am See an, einem modernen, aber gemütlichen Wellnesshotel in dem der Gast umsorgt wird, ohne bedrängt zu werden.

Ebners Waldhotel in Fuschl am See

Bei einem kleinen Rundgang machten wir uns ein Bild von dem kleinen Ort, eigentlich ein Dorf: ein sehr angenehmes Dorf, ein sehr angenehmer Urlaubsort.

Warum angenehm? Ganz einfach, Fuchl am See ist ein ruhiger Ort. Es fehlt alles was einem im Urlaub bei der Erholung stören könnte: Menschenmassen, viel Verkehr, Rummel, Bausünden und zugebaute Seeufer.

Wer sich entspannen möchte, der findet alles was er braucht, es sei denn er braucht Diskos, Spielcasinos oder Möglichkeiten zum Wasserski fahren. Auf dem See sind nämlich nur Elektro-, Ruder- oder Segelboote erlaubt. Also auch von der Seeseite ist kein Lärm zu erwarten.

Ebners Waldhotel

Liebevoll gepflegt

Natürlich kann man im Fuchlsee auch baden gehen, ein Vergnügen und eine Wohltat für den gestressten Körper. Viele Stammgäste des Ebners Waldhotel - und anderer Hotels - springen morgens noch vor dem Frühstück ins Wasser und schwimmen eine kürzere oder längere Strecke.

Den Fuchlsee kann man auch bequem in etwa drei Stunden umwandern, da er kaum verbaut ist ein angenehmes Vergnügen.

Unser nächstes Ziel war Vorarlberg, besser gesagt das Montafon.

Fuschlsee

Fuschlsee-See

Montafon

Das Montafon liegt im Süden von Voralrberg recht einsam an der Grenze zur Schweiz. Es gibt allerdings keine Möglichkeit direkt vom Montafon aus in die Schweiz zu fahren, nur Wanderer haben diese Option. In den Sommermonaten könnte man über die Silvretta Hochalpenstrasse nach Tirol fahren, allerdings nur wenn die Straße nicht wegen starker Regenfälle gesperrt ist.

So bleibt im Normalfall nur der Zugang von Norden her über die Hauptstadt der Region über Bludenz.

Unser Ziel war nicht Bludenz, sondern Sankt Gallenkirch, eine kleine Gemeinde in der Mitte des Montafons. Hier machten wir Urlaub auf dem Bauernhof und unternahmen einige Touren in die Umgebung.

Badesteg

Badesteg

Die erste Fahrt ging die Silvretta Hochalpenstrasse entlang. Nach der Mautstation hinter der Ortschaft Partenen führte die Straße steil nach oben bis zum Silvrettasee auf 2034 Metern Höhe. Nach einer Wanderung rund um den See und ein Stück die Berge hinauf machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Tirol in den Urlaubsort Galtür und fuhren dann zurück nach Sankt Gallenkirch.

Am nächsten Tag fuhren wir von Gargellen, einem Ortsteil von Sankt Gallenkirch, mit der Kabinenbahn zum Schafsberghüsli hinauf. Das Schafberghüsli liegt auf 2130 Metern Höhe und ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren jeder Schwierigkeitsstufe. Wir machten uns auf in Richtung Rätschenfluh, überquerten zwei Schneefelder und erreichten nach gut einer Stunde das Gafier Joch in 2415 Metern Höhe.

Gargellen Schafberghuesli

Gargellen Schafberghuesli

Da wir auf weitere Schneefelder keine Lust hatten, machten wir uns auf den Rückweg, aßen eine leckere Leberspätzel bzw eine Graupensuppe und stiegen zum Gandasee herab und wieder hinauf. Danach setzten wir uns in die Kabinenbahn und fuhren nach Gargellen zurück.

Heimreise über Villingen, Wachenheim und Bacharach

Zurück ging es am Bodensee entlang nach Villingen. Dort legten wir eine Pause ein, spazierten durch die Innenstadt, gingen etwas shoppen, lauschtem einen öffentlichen Konzert und aßen Weißwürste, Anschließend fuhren wir - vorbei an zahlreichen, kitschigen Kuckucksuhrengeschäften - durch den Schwarzwald und das Elsass in die Pfalz.

Sankt Gallenkirch

Sankt Gallenkirch

In der südlichen Pfalz säumten lange Zeit fast ausschließlich Wälder den Wegesrand - man merkt das alte, wenig bewohnte Grenzland -, aber nach einer Weile erreichten wir doch die berühmten Weinberge der Pfalz. In Wachenheim fanden wir ein kleines Hotel das ein Zimmer frei hatte. Die Wirtin empfahl uns zum Abendessen das Restaurant Wachtenburg in der Burgruine Wachtenburg hochoben über Wachenheim: eine gute Empfehlung. Wir hatten einen tollen Blick über die Oberrheinebene bis hin zu den Höhenzügen des Odenwald. Es war schönes Wetter, der Wein schmeckte gut und das Essen war reichlich, gut und preiswert.

Wachenheim

Wachenheim

Auf der Rückfahrt statten wir noch der Weltkulturerbestadt Bacharach am Rhein einen Besuch ab und erreichen - ohne Stau und das Sonntag nachmittag - wieder die Heimat.

Fazit: Österreich hat uns gefallen. Ein prima Urlaubsland mit modern, gemütlichen (Wellness-) Hotels, hübschen Urlaubsorten, netten Menschen und einer tollen Landschaft.