Insel Ytre-Vikna

Campingplatz auf der Insel Ytre-Vikna

Erholung für alle Sinne

Es sollte mal wieder Norwegen sein! Warum? Vielleicht war es die Suche nach echter Natur, unverbauten Küsten, atemberaubendem Licht, absolut klarer Luft und wirklicher Stille?
Mit vollgepacktem Kofferraum und Bananaboot (Klappboot) auf dem Autodach ging es mitten in einer Julinacht von Düsseldorf los, die Fähre von Travemünde nach Trelleborg musste bis 9.00 Uhr in der Früh erreicht werden. Die Fährüberfahrt mit der Peter Pan, einem Schiff der TT-Line, war bei sonnigem Wetter ein Vergnügen, wir saßen auf dem Sonnendeck und beobachteten das Ablegemanöver und genossen die Aussicht über die Küstenlandschaft mit ihren Meeresbuchten, Wäldchen, Feldern, Wiesen und kleinen Urlaubsorten. Auf dem Schiff beschäftigten engagierte Animateure Kinder mit „Pirat spielen“ in allen Variationen. Die Fähre schien recht leer zu sein, was aber daran lag, dass viele Reisende eine der preiswerten Kabinen gebucht hatten, um vor ihrer Weiterreise nach Norden einige Stunden Schlaf zu nehmen. Sicherlich eine gute Idee, aber sich bei sonnigem Wetter im Liegestuhl frischen Wind um die Nase wehen zu lassen, ist im Prinzip auch nicht so schlecht.

Travemuende-Fähre

Travemuende-Fähre

Skummeslöv - ruhiger Ferienort mit langem Sandstrand

Am späten Nachmittag war die schwedische Küste erreicht, die Peter Pan legte an und wir fuhren noch etwa zwei Stunden auf der Autobahn in Richtung Göteborg und folgten dann spontan einem Campingplatz-Hinweisschild. Der betreffende Platz lag am Skummeslövsstrand. (Camping in der schwedischen Provinz Halland an der Westküste südlich von Falkenberg). Das kleine Zelt war schnell aufgebaut und nach einem kurzen Abendessen ging es noch in Richtung Strand, der nach wenigen Fußminuten erreicht war. Der Strand ist zwölf Kilometer lang und angenehm breit, der Sand so fest, dass man mit dem Auto drauf fahren kann. Kurz vor dem Strand lagen einige Restaurants, die an einem Freitagabend im Sommer natürlich gut besucht waren. Skummeslöv war auf den ersten – und leider einzigen – Blick ein angenehmer Ferienort am Meer mit kleinen Dünen, Kiefernwäldchen und zahlreichen Ferienhäusern.

Schloss Tjolöholm

Schloss Tjolöholm am Kungsbackafjord

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Norden. Dreißig Kilometer vor Göteborg machte uns ein Schild am Straßenrand auf ein Schloss aufmerksam. Spontan folgten wir dem Hinweis, fuhren bei sonnigem Wetter durch eine hübschen schwedischen Kultur- und Bauernlandschaft und gelangten nach zehn Minuten Autofahrt zum Schloss Tjolöholm am Kungsbackafjord. Das imposante Schloss erinnerte an englische oder schottische Herrensitze und war von einer weitläufigen und gepflegte Parkanlage umgeben. Es stand noch ein Auto auf dem Parkplatz, aber Menschen waren nicht zu sehen. Auch die Boutique, die zum Schloss gehört, hatte noch geschlossen und so fuhren weiter in Richtung Norwegen.

Von Schweden nach Norwegen

Mjøsa-See südlich von Lillehammer

Der Mjøsa-See südlich von Lillehammer

Danach ging es vorbei an Göteborg und Oslo immer weiter, durch eine Landschaft, die in weiten Teilen schon die Schönheit Skandinaviens zeigte, auch wenn rund um Göteborg und Oslo Großstadteindrücke die Naturbilder unterbrachen. Für die Hinfahrt wählten wir die E6, die Europastraße, die durch das Gudbrandstal, das längste Tal in ganz Norwegen, führt.
Einige Kilometer hinter Eidsvoll – hier wurde im Jahr 1814 die die erste norwegische Verfassung verabschiedet – führt die Straße zum Mjøsa-See, einem See, der scheinbar kein Ende hatte. Der Mjøsa-See ist immerhin 117 Kilometer lang und damit erheblich länger als beispielsweise der Bodensee. - Mit 449 Metern Tiefe ist auch fast 200 tiefer als der größte deutsche See. Bei 80 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit dauerte es noch fast zwei Stunden, bevor wir unser Etappenziel Lillehammer erreichten: Eine wunderschöne Fahrt, da sich auch der Verkehr in Grenzen hielt.

Rastplatz

Rastplatz in Norwegen

Lillehammer - Wintersportort und Sommeridyll

Lillehammer liegt am nördlichen Ende des Mjøsa-See. In der Stadt mit ihren 26.000 Einwohnern fanden die Olympischen Winterspiele 1994 statt. Wir erlebten Lillehammer von seiner sommerlichen Seite, es war warm und obwohl es schon spät am Tag war, herrschte am kleinen Strand des Platzes noch Betrieb.

Aber nach und nach setzte doch Ruhe ein, die Kinder wurden ins Bett geschickt und die meisten Urlauber zogen sich in ihre Wohnwagen, Wohnmobile oder Zelte zurück. Eigentlich schade, die Landschaft am Mjøsa-See präsentiert sich in der Dämmerung romantisch und still, so als ob auch die Natur schlafen gehen wollte.

Lillehammer Camping

Der Strand von Lillehammer Camping

Die erwarteten Mückenschwärme blieben allerdings aus, nur eine einsame Mücke wollte mich stechen. Ich war allerdings schneller, die Mücke war hin und das Mückenspray blieb im Koffer. Auch in der Nacht verirrten sich keine ungebetenen Besucher ins Zelt, alles blieb ruhig.
Am nächsten Tag, es war ein Sonntag ging es früh in die Innenstadt von Lillehammer. Erwartungsgemäß war es in der Stadt recht ruhig, schließlich war Ferienzeit, viele Norweger und Touristen genossen lieber das schöne Wetter in freier Natur außerhalb der Stadt und so fuhren wir alsbald unserem nächsten Ziel entgegen.

Im Fjell

Im Fjell

Schnell, das bedeutete natürlich nur so schnell wie die Polizei erlaubt und das sind meist 80 km/h, manchmal auch 90 km/h und an Baustellen entsprechend weniger. Die meisten ausländischen Fahrer hielten sich daran, der drastischen Strafen und der Null- Karenzspanne wegen, aber so mancher Norweger überholte mit ordentlichem Speed.

Die Fahrt führte uns ins Fjell, ins norwegische Hochgebirge. Im Wintersportort Oppdal legen wir eine Pause ein und ich erinnerte mich bei einer Tasse Kaffee etwas wehmütig an eine elftägige Wanderung, die ich vor vielen Jahren hier mitgemacht hatte. Sie führte vom Rondanegebirge bis ins Dovre, das unweit von Oppdal beginnt. Dovre und Rondane sind einsame raue Bergregion, die früher hauptsächlich von Schafs- und Ziegenwirtschaft lebte.

Lillehammer Camping

Lillehammer Camping - Kinder auf einem Dach, und niemand gerät in Panik

Dann ging es weiter durch Wälder, Schluchten, vorbei an Bergen, Sümpfen, Heideflächen, Seen und Bächen. Am frühen Abend erreichten wir Trondheim, fuhren an der Stadt vorbei und hielten nach einem Campingplatz Ausschau. Auf dem Campingplatz Storsand Gård Camping direkt am Trondheimfjord machen wir Station.
Das Zelt war schnell aufgebaut. So blieb noch etwas Zeit für einige Würfe mit einer leichten Spinnrute vom Steg, der sich direkt vor dem Campingplatz befand. Ein kleines Mädchen hatte eine schöne Makrele gefangen, aber andere Fische wollten bei keinem der Hobbyanglern anbeißen. So mussten auch wir uns mit einem Abendessen aus der Konserve begnügen.
In der Nacht regnete, aber morgens legte Petrus eine kleine Pause ein, genug um das Zelt abzubauen und das Gepäck trocken zu verstauen.

Trondheim

Trondheim

Mall in Trondheim

Als der Regen wieder einsetzte ging es wieder auf die E6 in Richtung Trondheim. Kaum war der Wagen in der Parkgarage hörten die Niederschläge auf und so konnten wir trockenen Fußes die Stadt entdecken. Wider erwarten waren die Preise für Bekleidung niedrig, teilweise niedriger als in Deutschland, was nicht nur am Schlussverkauf lag, schließlich war auf den Etiketten auch der alte Preis ersichtlich. Wir stöberten durch die große Einkaufspassage an der Kongens Gate, einer Mall mit vielen interessanten Geschäften, Restaurants und Cafes.

Nidarosdom

Der Nidarosdom in Trondheim

Auch dem berühmten Dom von Trondheim statteten wir einen kurzen Besuch ab. Aber danach wollten wir doch langsam weiter, schließlich hatten wir noch ein gutes Stück zu fahren.
Die Fahrt ging parallel zu den Ufern des Trondheimfjorde erstmals nach Osten, später nach Nordosten vorbei an Orten wie Hommelvik, Stjørdal und Levanger. Danach knickt unser E6 nach Norden ab, vorbei an Steinkjehr, einem der wichtigsten Städte in der Region.
Einige Kilometer später verließen wir die viel befahrene Europastraße, um über die R17 nach Namsos zu fahren. Hier gab es deutlich weniger Verkehr, die Straße war etwas kurviger, aber sehr gut zu befahren und die Landschaft schien auch immer schöner zu werden.

Snøhetta

Der Snøhetta ein bekannter Berg in Norwegen






Norwegen - Urlaub auf der Insel Vikna
Teil 2

Ry

Fähranleger in Lund