Sammelleidenschaft-Flohmarkt Es gibt nichts, was man nicht sammeln kann. Hier: Geo-Hefte

Sammelleidenschaft

Die Sammelleidenschaft erfasst schon Kleinkinder. Manche der Kleinen teilen gerne, andere möchten alles für sich behalten. Oft ist dies nur eine kurze Laune. Vielleicht kann der Nachwuchs das andere Kind, mit dem es teilen soll, einfach nicht leiden. Wenn das Kind älter wird, also im Kindergarten oder Grundschule ist, wird gesammelt was gerade Mode ist. Kleine Figuren, bunte Bilder in den verschiedensten Variationen sind immer in Mode, aber bei vielen Kindern erlischt die Sammelleidenschaft früher oder später wieder.
Ein gewisser Anteil der Bevölkerung bleibt Sammler oder wird als Erwachsener vom Sammelvirus befallen, dabei haben manche Sammelleidenschaften sogar ein hohes gesellschaftliches Ansehen, man denke nur an Kunstsammler, Weinsammler oder Sammler von alten Autos. Auch Briefmarkensammler, Sammler von Porzellan, Orchideen, alten Rosen, Erstausgaben alter Bücher oder Sammler von edlen Pferden werden durchaus geschätzt und bewundert.
Wer allerdings alte Zeitungen und Zeitschriften sammelt, wird kaum Lorbeeren ernten können. Dies sieht für Außenstehende dann zu sehr nach "sich nicht trennen können" aus. Übrigens: Die Sammelleidenschaft kann Menschen jeder Gesellschaftsschicht und jeden Alters packen, wie man auf Flohmärkten und speziellen Sammlermärkten beobachten kann. Diese Events sind ein Sammelbecken der unterschiedlichsten Menschen.
Wie auch immer, man sollte sein Hobby immer auch mit einer gewissen Distanz betrachten können, schon um Nichtsammlern seine Sammelleidenschaft mit einem Augenzwinkern "verkaufen" zu können. Schließlich halten Außenstehende im Extremfall den Sammler für einen Geldverschwender oder Spinner, der "eingewiesen gehört", wie es im Volksmund heißt. Sammelleidenschaft kann aber auch kriminell werden. So ist es unbestreitbar sehr traurig, um es milde auszudrücken, wenn Sammler oder Sammlerinnen Tiere sammeln ohne aufhören zu können, ohne den dafür nötigen Platz und die Zeit zu haben, die betreffenden Katzen, Hunde, Vögel oder Reptilien artgerecht versorgen zu können. Da muss man leider von Sucht und Tierquälerei sprechen.

Was ist Sammeln überhaupt?
Es können nur Dinge gesammelt werden, die im Besitz von anderen Menschen waren oder die besitzlos sind, beispielsweise Dinge, die andere wegwerfen wollten, die man also umsonst bekommt, der Sammler kauft die Objekte seiner Sammelleidenschaft anderen ab oder sammelt in der Natur, zum Beispiel Steine, die in aufgegebenen Steinbrüchen, am Strand oder sonst wo zu finden sind. Beim Muschel- oder Meeresschneckensammeln kann es unter Umständen komplizierter werden. Während viele Arten ohne Probleme aufgesammelt werden können, können andere auf der Roten Liste stehen und einem beim Zoll große Probleme bereiten. Ohne Frage, man kann natürlich auch Diebesgut sammeln oder Dinge die verboten sind, zum Beispiel bestimmte Arten von Pornografie.
Je nach Sammelgebiet führt das Hobby schnell zu Platzproblemen, nicht nur wenn man alte Traktoren oder Autos sammelt, auch das Sammeln von Bildern führt einem die relative Enge der eigenen vier Wände vor Augen. So wundert es nicht, dass Sammler oftmals Ärger mit ihren Ehepartnern haben, schließlich gehört viel Geduld und Verständnis dazu zu akzeptieren, dass die eigene Wohnung mit vielleicht unnützen Dingen vollgestopft wird.
Da ist es schon einfacher, wenn jemand auf seinem Computer Videos, Fotos, Texte, Spiele- oder andere Software sammeln und auf einer Festplatte speichert. So sammeln viele Menschen Aufnahmen aus ihren Urlauben, um ihren Urlaubserinnerung auf die Sprünge zu helfen. Ob dies aber zum Thema Sammelleidenschaft gehört, hängt davon ab wie exzessiv jemand im Urlaub fotografiert und filmt und wie viel Zeit sie oder er im Nachhinein ins Bearbeiten und Archivieren steckt.

Geschichte und Neugierde Die Geschichte des Sammelns ist so alt wie die Geschichte der Menschheit, nicht ohne Grund wurden unsere Vorfahren in der Steinzeit Jäger und Sammler genannt. Zu der Zeit war Sammeln eine Leidenschaft, die das Überleben sicherte, waren es doch entweder Nahrungsmittel wie Muscheln, Austern, Meeresschnecken, Wildgemüse, Obst oder Wildkräuter die gesammelt wurden, aber auch Feuersteine, Holz als Brennholz oder als Material zum Gerätebau und ähnliche Dinge.